Tantra hat in unserer westlichen Kultur eine verwirrende
Vielfalt von Bedeutungen bekommen. Je nachdem, wer den Begriff
gebraucht und wer zuhört, werden die unterschiedlichsten
Assoziationen geweckt.
Für
uns und im Sinne unserer Arbeit ist Tantra die Verbindung
von Spiritualität und Sinnlichkeit bzw. Sexualität.
Tantra ist eine Lebensphilosophie, die sehr viel Respekt
für alles Lebendige beinhaltet;
dabei wird unter anderem auch die sexuelle Natur des Menschen
respektiert. Der Körper ist der Tempel unserer Seele,
und die sexuelle Energie ist die stärkste und ursprünglichste
Quelle für Lebensfreude und Kraft, die wir haben.
Wir befassen uns mit der sexuellen Energie als einem von
vielen Aspekten des Menschseins.
Unserer Arbeit liegt das Verständnis der Einheit von
Körper, Gefühlen, Geist und Seele zugrunde.
Das Abspalten der sinnlichen Lust als etwas, das irgendwie
peinlich, schmutzig und schlecht ist, soll überwunden
werden. Männer und Frauen werden hier in einem sehr liebevollen
Rahmen auf eine sinnliche Reise durch ihren Körper geschickt
und bekommen einen neuen Zugang zu ihrer Lebenslust und Selbstliebe.
Im Tantra gilt der
Körper als Tempel der Seele.
In der sexuellen Vereinigung von Mann und Frau und im gemeinsamen
Orgasmus werden zwei Energiepole verbunden und dadurch Dualität
überwunden. Mit speziellen Atem-Techniken wird dazu Energie
geweckt. Man spricht von der Öffnung von Chakren und
der Weckung der Kundalini-Energie. Auf diesem Weg wird die
Verbindung zum Göttlichen gesucht.

Die spirituellen Wurzeln liegen im hinduistischen und buddhistischen
Tantra. Davon ist im Westen vor allem die tantrische Haltung
und die Verbindung von Sexualität und Spriritualität
bekannt geworden.
Tantra wurde in den 1970er Jahren verbreitet durch Bhagwan
Shree Rajneesh in Poona und seine Schüler und vermischte
sich mit Elementen aus Yoga und Körpertherapie zum heutigen
Neotantra.
Weitere Einflüsse stammen von Joseph Kramer (Lingam-
oder Schwanzmassage), Annie Sprinkle (Yoni-massage) und Barry
Long (sanfte Vereinigung). |